Standortvorteil mittelstandsfreundliche Verwaltung

Wird Kempen die erste Stadt im Kreis Viersen, die das RAL-Gütesiegel „Mittelstandsorientierte Kommunalverwaltung“ trägt? Wenn es nach UKK und IHK ginge, sollte das so sein. Im Konferenzloft hatten die beiden Organisationen beim Unternehmertreffen hierzu eingeladen. Dass über 50 Besucher aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung den Weg in den Konferenzloft gefunden hatten, macht deutlich, dass es an der Stelle Bedarf gibt.

Dass eine unternehmerfreundliche Verwaltung kein frommer Wunsch bleiben muss, stellte Harald Vieten heraus. Der Dezernent beim Rhein-Kreis Neuss skizzierte, wie sich seine Verwaltung bereits kurz nach der Gründung des seit 2006 bestehenden Zusammenschlusses auf den Weg gemacht hat, die 14 Gütekriterien zu erfüllen und einer der Vorreiter wurde in einer Gütegemeinschaft, die deutschlandweit mittlerweile 30 Kommunen umfasst. Vieten machte deutlich, dass sowohl die Zertifizierung als auch die Rezertifizierung nach drei Jahren kein leichtes Unterfangen für eine Verwaltung und eine entsprechende Einstellung der handelnden Personen erforderlich ist.

Wie wichtig eine mittelstandsorientierte Kommunalverwaltung ist, hatte zuvor Gregor Werkle von der Industrie- und Handelskammer skizziert. Für die Unternehmen wird immer wichtiger, in ihrer Kommune auf eine hilfsbereite, entgegenkommende und  lösungsorientierte Verwaltung zu stoßen, berichtete der Leiter der Wirtschaftspolitik bei der IHK. In Kempen gebe es wie in vielen anderen Kommunen am Niederrhein diesbezüglich Luft nach oben. Bei der Dauer von Genehmigungsverfahren habe die Kempener Verwaltung von den Unternehmern bei einer Umfrage aus dem Jahr 2020 nur die Note 4,2 bekommen. Werkle: „Das sieht nach stark versetzungsgefährdet aus.“

Bei der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die Unternehmer im wirtschaftsstarken Kempen mit einer unterstützenden städtischen Wirtschaftsförderung in einem Boot sitzen und bereits ein reger Austausch besteht. Einig war man sich in der Runde aber auch, dass Anliegen der Unternehmer noch viel zu häufig in den Amtsstuben des Rathauses verstauben oder liegengelassen werden. Harald Vieten zählte einige Initiativen auf, die der Rhein-Kreis Neuss als RAL-zertifizierte Kommune auf die Schiene gebracht hat, um die örtliche Wirtschaft zu unterstützen – beispielsweise ein „virtuelles Bürgerbüro“ oder spezielle Start-up-Förderung.

Genügend Gesprächsstoff, um auch die zweite Halbzeit des Unternehmertreffens lebhaft zu gestalten. Den lauen Sommerabend nutzte der UKK später, sein zehnjähriges Bestehen mit den Gästen zu feiern, ein gutes Essen zu genießen und das eine oder andere Prosit auszutauschen.

► Die nächste UKK-Veranstaltung ist am Dienstag, 3. September, mit einem Businessfrühstück im Technologie- und Gründerzentrum Niederrhein. Den Impulsvortrag hält Dr. Petra Zahrt zu „Lebendige Stadt“. Anmeldung unter https://unternehmerkreis-kempen.de/veranstaltung/unternehmerfruehstueck-03-09-2024/

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